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E-Learning in der Logistik – Chance oder Risiko?

02.04.2020

Lernen mit elektronischen Hilfsmitteln ist keine neue Erfindung. Bereits 1924 wurde in den USA der „programmierte Unterricht“ vorgestellt. Sidney L. Pressey entwickelte eine Maschine, die dem Anwender eine Frage stellte und nach dem Multiple-Choice-Verfahren vier Antwortmöglichkeiten bot.

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Die Maschine registrierte die Anzahl der Antworten und bei Erreichen einer zuvor festgelegten Punktzahl fiel zur Belohnung der Testperson ein Stück Zucker aus der Maschine. Seitdem ist viel Zeit vergangen und E-Learning ist längst im Alltag angekommen. Besonders mit den ersten kommerziell erfolgreichen Smartphones im Jahr 2007 hat sich dieser Trend zum computergestützten Lernen exponentiell verstärkt und ist in alle Bereiche unseres Lebens eingedrungen.

Auf YouTube finden sich unzählige Videos zu allen möglichen Themengebieten, sei es Kochen, Häkeln oder Elektrotechnik. Mit dem demographischen Wandel wird dieser Trend in den kommenden Jahren eher noch verstärkt werden – oder kennen Sie viele Jugendliche ohne Handy-Affinität?

Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Schule der Gegenwart und Zukunft. Der Digitalpakt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat die Weichen zu einer Digitalisierung der Bildung gestellt und die Arbeitnehmer der kommenden Jahrzehnte werden im Job nicht mehr nur allein mit „Frontalunterricht im Übungsraum“ abzuholen sein.

Fahrschüler lernen heute nicht mehr mit Papierfragebögen, sondern mit Apps, in denen Videos und Prüfungsfragen eingebaut sind und die ein sofortiges Feedback zum Lernerfolg liefern. Prüfungsfragen werden automatisch priorisiert (z.B. werden falsch beantwortete Fragen häufiger und regelmäßig korrekt beantwortete Fragen seltener angezeigt) und damit ein Stück weit individualisiert.

Eine Branche, die Vorreiter in Sachen E-Learning ist, ist die Spielebranche, die sich naturgemäß an eine jüngere Zielgruppe richtet. Gamer erhalten nur in den seltensten Fällen ein dickes Handbuch, sondern werden langsam mit spielbaren In-Game-Tutorials an die Spielmechanik herangeführt („Wie führe ich eine Tätigkeit aus?“). Videosequenzen holen den Spieler ab („Weshalb führe ich eine Tätigkeit aus?“). Die Dramaturgie ist speziell auf die Zielgruppe abgestimmt und ein Belohnungssystem – seien es Punkte, neue Level oder neue Features – sorgt für gute Laune.

Diese Mittel zur Wissensvermittlung (Dramaturgie, Spaßfaktoren, Gamification und echte „spielbare“ Tutorials innerhalb der eingesetzten Software) kann und sollte sich auch die Logistikbranche zu Nutze machen, um Potentiale (insbesondere auf Mitarbeiterseite) freizusetzen.

Wo liegen also die Stärken von E-Learning in der Logistik?

Anytime, anwhere, for anyone – Der Zugang zu Lehrvideos und –tutorials ist zeitlich nicht beschränkt, d.h. Mitarbeiter können unabhängig von Zeit und Ort auf die Schulungsinhalte zugreifen. Den Mitarbeitern im bisweilen hektischen Lageralltag kommt dies natürlich entgegen. Unsere E-Learning-Plattform steht jedem Mitarbeiter zur Verfügung – egal, ob während der Früh-, Spät- oder Nachtschicht. Terminvereinbarungen mit Coaches sind nicht notwendig und es ist egal, ob eine oder zwanzig Personen Schulungsbedarf anmelden. Besonders für Unternehmen mit einer hohen Turnover-Rate, z.B. wegen Saisonarbeit, ist dies ein enormer Vorteil von E-Learning.

Effizienz in der Logistik – Das Prinzip von Anytime, anywhere, for anyone birgt aus unternehmerisches Sicht die große Chance neue Mitarbeiter (oder Mitarbeiter, die in einen anderen Bereich wechseln) zeitnah und bedarfsgerecht zu qualifizieren. Auch hier zeigt sich der Vorteil für die Logistik, wo traditionell ein relativ hoher Anteil an Leiharbeitern und Quereinsteigern beschäftigt ist. Und wenn der Mitarbeiter eine Information vergessen haben sollte, kann das Wissen schnell und unkompliziert wiederaufgefrischt werden.

Kosteneinsparpotential in der Logistik – Durch die große Effizienz von E-Learning-Lösungen ergibt sich ein weiterer Vorteil, das Senken von Trainings- und Opportunitätskosten. Auf der einen Seite reden wir dabei natürlich von den offensichtlichen Kosten: Seminargebühren, Reisen, Unterbringung – das summiert sich. Aber auch versteckte Kosten fallen häufig an, besonders, wenn bei Präsenzschulungen Mitarbeiter teilnehmen, für die nur ein Bruchteil des Lehrstoffes für die tägliche Arbeit interessant ist. Diese Mitarbeiter sitzen ein, manchmal zwei Tage in Schulungen, obwohl für ihr Aufgabengebiet eine Stunde vollkommen ausreichend wäre. Das ist Zeit, in denen ihr Mitarbeiter sicherlich Wichtigeres zu tun hat, sei es kommissionieren oder im Leitstand arbeiten.

Kontrolle in der Logistik – Der Lernerfolg kann anhand objektiver Kriterien (z.B. über kleine Rätsel am Ende eines Lernmoduls) gemessen werden. Diese Rätsel haben auch den Vorteil insb. Lagermitarbeiter mit „Hands-on-Mentalität“ abzuholen und nicht nur als passive Zuschauer zu sehen.

Fehlerfreundlichkeit in der Logistik – Was sich im ersten Moment wie ein Widerspruch anhört (Kontrolle vs. Fehlerfreundlichkeit) ist in Wirklichkeit ein psychologischer Faktor. Mitarbeiter sind häufig ängstlich gegenüber Neuerungen im System und plagen sich (oft vollkommen unnötig) mit Selbstzweifeln. Im E-Learning bewegen sich diese Mitarbeiter in einem risikofreien Umfeld, welches Fehler und Experimente toleriert. Sie werden auf Fehler hingewiesen ohne vor anderen Teilnehmern „bloßgestellt“ zu werden und sind dementsprechend weniger eingeschüchtert und gehemmt. Lerninhalte können bei Bedarf individuell und unkompliziert wiederholt abgerufen werden, wenn man eine Information nicht vollständig verstanden oder mitbekommen hat, ohne andere Lernende aufzuhalten oder nachfragen zu müssen.

Verschiedenste Zielgruppen – Der Einsatz von E-Learning ist nicht nur auf die klassische Zielgruppe des „ausführenden“ Mitarbeiters beschränkt, sondern kann auch in anderen Bereichen sinnvoll eingesetzt werden. Beispielsweise können sich Entscheider mittels E-Learning gezielt in die Standardsoftware (z.B. das inconso Lagerverwaltungssystem) einarbeiten und danach mit fundierten Softwarekenntnissen Pflichtenheftgespräche führen. Gerade bei der Abbildung von komplexen Prozessen der Logistikbranche, kann der Einsatz von Animationen und die Einbindung von Videos nicht nur unterhaltsam, sondern auch entscheidend für die Verständnisförderung sein. Auf diese Weise können wir Ihnen eine noch besser auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Software bieten.

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Wo liegen die Schwächen von E-Learning?

Thema verfehlt – E-Learning eignet sich nicht für alle Bereiche gleich gut. Besonders das Training kommunikativer Fähigkeiten, z.B. Präsentationen oder Rhetorik, sollten besser Face-to-Face durchgeführt werden.

Soziale Effekte – Direktes Nachfragen beim Trainer oder der zwanglose Plausch in der Kaffeepause entfallen natürlich, wodurch wichtige Informationen verloren gehen können. Als Coaches ist uns der direkte Kontakt zu den Mitarbeitern enorm wichtig, besonders in der „heißen Phase“ eines Projektes. Oftmals werden neue Lagerprozesse am grünen Tisch geplant – aber die Arbeitsrealität im Lager sieht in Teilen etwas anders aus. Kritische Nachfragen von Mitarbeitern sind eine Fundgrube für bislang noch nicht bedachte Prozessschritte und können gar nicht hoch genug bewertet werden. Diese werden dann natürlich an das Projektteam weitergegeben und die hoffentlich richtigen Schlüsse daraus gezogen.

Individualität – Es liegt in der Natur der Sache, dass E-Learning-Angebote möglichst viele Nutzer ansprechen sollen. Aber realistisch betrachtet, ist ein „One size fits all“-Ansatz nicht möglich. Dazu sind Menschen und ihre didaktischen Bedürfnisse schlichtweg zu unterschiedlich. Auch hier lohnt es sich, einen Coach zu haben, der auf verschiedenste Charaktere eingehen kann.

Motivation – Lernen ist ein individueller und vor allem aktiver Prozess. Jede Lernhilfe, sei sie auch noch so vielversprechend, ist zum Scheitern verurteilt, wenn sich der Lernende nicht offen und mit dem Willen zum Erfolg dem Prozess stellt. Die Anstrengung und die gesteckten (bzw. geforderten) Ziele können dem Lernenden nicht abgenommen werden.

Ausblick – Das Wissensmanagement

In der heutigen Zeit ist Wissen (Bzw. Wissen über das Wissen) zu einem Faktor geworden, der klare Wettbewerbsvorteile bringt. Schnelllebigkeit und Fachkräftemangel sind Risiken für jedes Unternehmen. Wo früher eine Handvoll Experten in Schlüsselpositionen ausreichten, müssen heute Wissen, Ideen und Fähigkeiten der einzelnen Mitarbeiter gebündelt werden, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Die traditionellen Wege der beruflichen Aus- und Weiterbildung weichen daher immer mehr flexibel in den Arbeitsalltag integrierten Lernphasen, in denen selbstorganisiert und bedarfsgerecht Wissen erweitert oder erneuert wird. Wenn Unternehmen das damit erworbene Wissen zur richtigen Zeit am richtigen Ort einsetzen, werden Entscheidungs- und Handlungsprozesse stark beschleunigt. Innovative E-Learning-Systeme wie das von inconso können diesen Wandel zusätzlich zu den klassischen Lehrmethoden maßgeblich unterstützen und bieten somit eine große Chance für E-Learning in der Logistik.

Wenn Roboter, Drohnen & Co. im Lager einziehen

Immer einen Schritt voraus: In Kooperation mit Technologiepartnern und Kunden unterstützt inconso auf vielfältige Weise Innovationen in der Logistik.

Wie smart ist die Logistikbranche wirklich?

Der Druck auf anpassbare Logistiksysteme steigt: Mit den umfassenden Versprechen der Online-Händler erhöhen sich auch die Erwartungen von Endverbrauchern an Lieferzeit und Service.

Die komplette IT-Infrastruktur mit inconso Services

inconso bietet Schulungsformate, die die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen Ihres Unternehmens aufgreifen.

Bereit zum Abheben?!

Der Einsatz innovativer Technologien und Verfahren wird die Logistik in den nächsten Jahren massiv beeinflussen. Daher unterstützt inconso mit fundierter Beratung, innovativen Lösungsansätzen und praxisgerechtem Know-how bei der Umsetzung kleiner und großer Digitalisierungsinitiativen. 

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